Philosophie und Werte


Das Paléo Festival Nyon versteht sich als Bindeglied zwischen Fest und Konzert, als eklektisches Event, das die Neugierde des Publikums und die Entdeckung von weniger bekannten KünstlerInnen und Musikstilen fördert. Es ist sowohl ein Sprungbrett für junge Talente als auch eine Bühne der Bestätigung für Stars und hat sich schrittweise gegenüber allen Musikstilen sowie der Zirkus- und Strassenkunst geöffnet. Seine sieben Bühnen empfangen KünstlerInnen aus der ganzen Welt.

Aber Paléo ist auch ein fabelhaftes Dorf für seine BesucherInnen. Besondere Aufmerksamkeit wird auf den Empfang, das Dekor sowie die Auswahl der Imbiss- und Kunsthandwerkstände verwendet.

Die Besonderheit des Paléo liegt auch darin, dass das Festival von 5’000 freiwilligen Mitarbeitenden organisiert wird, die massgeblich zum Geist der Veranstaltung beitragen. Der Arbeit der OrganisatorInnen liegt ein wesentlicher Gedanke zugrunde: Achtung vor den ZuschauerInnen, den KünstlerInnen und den Mitarbeitenden des Festivals.

Und schliesslich muss auch noch darauf hingewiesen werden, dass das Paléo Festival keine Subventionen erhält und dass es sich zum Ziel gesetzt hat, dank einer Niedrigpreispolitik und ermässigten Preisen für Studierende (ab CHF 60.-) pro Tag für möglichst alle zugänglich zu sein. Um gute visuelle und akustische Bedingungen für alle zu garantieren, beschränkt das Festival seit 1996 die BesucherInnenzahl. Diese auf ursprünglich 33'000 ZuschauerInnen pro Tag festgelegte Grenze konnte 2004 auf 35'000 angehoben werden dank einer bedeutenden Vergrösserung des Geländes (25% zusätzliche Fläche für nur 5% mehr BesucherInnen).

Das Paléo Festival ist zweifellos einzigartig in seinem Stil und seiner Philosophie, doch gleichzeitig steht es anderen musikalischen Ereignissen nahe, mit denen es eine gewisse Geistesverwandtschaft verbindet. Dazu gehören das Festival von Roskilde (Dänemark), der Printemps de Bourges (Frankreich), das Festival des Vieilles Charrues (Frankreich), das Festival d'Eté de Québec (Kanada) oder auch Schweizer Veranstaltungen wie das Open Air-Festival St. Gallen oder das Gurten-Festival.

Soziale Verantwortung

Das Paléo Festival ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst und engagiert sich in seiner Region mit der Unterstützung von verschiedenen Vereins- oder soziokulturellen Aktivitäten. Seit 2005 besitzt es eine Charta, in der sämtlich Werte aufgeführt sind, denen es formell verpflichtet ist (Achtung vor den ZuschauerInnen, Achtung vor den freiwilligen Mitarbeitenden, Achtung vor den KünstlerInnen, Umweltengagement, Prävention und soziale Verantwortung des Festivals). Seine Philosophie, die den Schwerpunkt auf die Achtung vor allen an der Festivalorganisation beteiligten AkteurInnen legt, stützt sich auf die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung. Entsprechend legt sein verantwortungsbewusstes Management gleich viel Gewicht auf die wirtschaftlichen, die ökologischen und die sozialen Faktoren,

Das Paléo nimmt auf seinem Gebiet seine Rolle als grösstes Openair-Festival des Landes wahr. Es teilt sein Know-how, seine Netzwerke und seine Kenntnisse mit den Berufskreisen, in denen es sich bewegt, und stellt seinen Erfolg und seine Bekanntheit in den Dienst der musikalischen Entdeckungen aus der ganzen Welt. Und schliesslich strebt es danach, seine Philosophie so breit wie möglich weiterzutragen, indem es die Anstrengungen seiner Partner für verantwortungsvolles Handeln in ihrem eigenen Tätigkeitsbereich unterstützt.

Freiwilligenarbeit

Die Familie Paléo

Stimmt es, dass die Mitarbeitenden von Paléo ohne Lohn arbeiten?

Ja. Die Einstellung der Mitarbeitenden beruht auf dem Grundsatz der Freiwilligenarbeit, auch für die Verantwortlichen. Das bedeutet, dass ein Mitarbeiter einen Teil seiner Zeit und seiner Kompetenzen zur Verfügung stellt, um eine für das Gelingen des Festivals nützliche Aufgabe zu erfüllen. Für diese Arbeit erhält er keinen Lohn, aber eine bescheidene Entschädigung und Naturalleistungen (Getränkegutscheine, Einladungen, Mahlzeiten usw.). Nur die ständigen Angestellten und die langfristigen Mitarbeitenden (länger als zwei Monate) sind Lohnempfänger. Das von ein paar Freunden ins Leben gerufene Festival zog unter dem Zwang der bescheidenen Mittel von allem Anfang an Freiwilligenarbeit bei. Der Freundeskreis ist schrittweise gewachsen, doch der Grundsatz ist sich gleich geblieben. Heute ist jeder Sektorleiter verantwortlich für die Rekrutierung seiner Mitarbeitenden. Im 2016 haben 4770 freiwillige Mithelfer zum Erfolg des Festivals beigetragen.

Wie werden sie rekrutiert?

Für die Wahl der Mitarbeitenden sind die Sektorleiter verantwortlich, die sich oft an ihre persönlichen Bekannten wenden (Freunde, Kollegen). In den meisten Sektoren hat es sehr wenige offene Stellen.

Das ständige Büro des Festivals organisiert die Rekrutierung für die langfristigen Sektoren, die drei Wochen vor und drei Wochen nach dem Festival funktionieren (Bau, Verpflegung der Mitarbeitenden und Überwachung) und für die Sektoren, die sehr viele Freiwillige suchen (Empfang/Sicherheit und Reinigung).

Umweltpolitik

Das Paléo Festival ist sich seiner Umweltverantwortung bewusst und sucht Lösungen, um die schädlichen Auswirkungen seines Betriebs einzuschränken. Jedes Jahr setzt sich das Festival ganz klare Ziele, um sein ökologisches Anliegen ständig ein wenig weiterzutreiben und seine Überzeugung, dass eine möglichst grüne Veranstaltung eine Priorität sein muss, zu bekräftigen.

Paléo fördert den Öffentlichen Verkehr

Ein ÖV-Netz anbieten, dank dem möglichst viele vom Festival profitieren können, ohne mit dem Wagen hinzufahren, ist eine Priorität. Dank einem zusammen mit den SBB, NStCM und dem TCS bereitgestellten ausgebauten Angebot an Sonder-Zügen und –Bussen ermöglicht es das Paléo Festival allen, bis spät nachts nach Genf, Freiburg, Neuchâtel, Porrentruy oder auch Brig zurückzufahren. Zwischen 2005 und 2016 ist der Anteil BesucherInnen, die mit dem öffentlichen Verkehr aufs Festivalgelände kommen, von 27% auf 45% angestiegen. Ziel ist es heute, diesen Prozentsatz zu halten und die Anzahl Fahrzeuge, die ans Festival kommen, zu senken.

Das Festival fordert deshalb alle Besucherinnen und Besucher auf, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen oder Kollektiv-Fahrten zu organisieren.

Paléo trennt seine Abfälle

2016 hat das Festival 279 Tonnen Abfall generiert, das heisst 931 Gramm pro Person auf dem Gelände. Dank der Arbeit der "Aspirators“ wurden 56% dieser Abfälle getrennt. Das Team der "Aspirators" reinigt das Gelände und trennt die vom Festival verursachten Abfälle. Diese grün gekleideten Freiwilligen unterhalten auch die Toiletten und sorgen dafür, dass die zahlreichen Abfalleimer auf dem Gelände nicht überlaufen.

Paléo konsumiert lokal

Die Studie über den ökologischen Footprint des Paléo zeigt, dass sich der Konsum von Nahrungsmitteln und Getränken stark auf die Umwelt auswirkt. Deshalb hat Paléo beschlossen, vermehrt lokale Produzenten für die Zubereitung der Mahlzeiten der 5'000 freiwilligen Mitarbeitenden zu suchen (jedes Jahr fast 50'000 Mahlzeiten serviert). Paléo empfiehlt den Ständen, mehr lokale, Bio- oder vegetarische Produkte anzubieten. Und schliesslich verpflichtet sich Paléo, an den Festival-Bars einen grossen Anteil Schweizer Weine anzubieten.

Paléo konsumiert grüne Energie

Seit 2006 verpflichtet sich Paléo, grüne Energie zu konsumieren. Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Romande Energie und den Städtischen Diensten von Nyon konsumiert das Paléo Festival seit 2006, auch in seinen Büros, den „grünen“ Strom "Via d'ici".

Paléo spart Energie

Gestützt auf ein von Romande Energie und dem WWF 2007 durchgeführtes Energie- und Umwelt-Audit ergreift das Paléo weiterhin Massnahmen zur Verminderung seines Stromverbrauchs. Der Stromkonsum betrug 248 MWh im 2016, d.h. 826 Wh pro Person auf dem Gelände.

Paléo spart Wasser

Auf der Basis des erwähnten Audits führt Paléo seine Massnahmen zur Verminderung des Wasserverbrauchs weiter. Diese Massnahmen (Trockenurinale, Reduktion der Wassermenge, etc.) haben es erlaubt, den Wasserverbrauch des Festivals 2016 auf 10'035 m3 (33.4 Liter pro Person) zu senken.

Paléo trägt Ihren Ohren Sorge

Der Komfort der FestivalbesucherInnen setzt auch die Klangqualität des Geländes voraus. Abgesehen davon, dass es die Schweizer Gesetzgebung (Klang- und Laser-Verordnung) einhält, hat das Festival verschiedene Massnahmen zur Optimierung der Zuhörqualität für die FestivalbesucherInnen umgesetzt. Es garantiert auch Ruhe- und Entspannungszonen. In den Paléo-Boutiquen, an den verschiedenen Informationsstellen sowie am Stand Info environnement werden gratis Gehörschutzpfropfen abgegeben.

    Ziele

    Paléo hat sich folgende Umweltziele gesetzt:

    • 50% der FestivalbesucherInnen benützen den öffentlichen Verkehr
    • Den Treibstoffverbrauch für interne Transporte (Baustelle, Beförderung der KünstlerInnen usw.) um 30% senken
    • Die Abfallproduktion pro Festivalbesucher auf 800 Gramm senken und garantieren, dass mindestens 50% der Abfälle getrennt werden
    • 80% der Früchte, des Gemüses und des Fleischs über kurze Verteilwege anbieten
    • Den Energieverbrauch pro FestivalbesucherIn unter 800Wh halten und grüne Energie garantieren
    • Den Wasserverbrauch auf 25 Liter pro Festivalbesucher senken

    Hier eine nicht vollständige Liste der Massnahmen, die das Festival ergriffen hat, um seine Umwelt-Immissionen Auswirkungen maximal zu beschränken:

    Paléo fördert den Öffentlichen Verkehr

    • Gratis-Züge und –Busse zwischen Nyon und der Asse
    • Sonderpreise für alle in allen Zügen
    • Jedes Jahr dichteres Angebot an Nachtzügen während der Festivalwoche
    • TCS-Busse aus und in Richtung der meisten Westschweizer Städte
    • Sonderbusse an den Bahnhöfen Genf und Lausanne, welche die verschiedenen Quartiere dieser Städte bedienen

    Paléo trennt seine Abfälle

    • Bereitstellen von spezifischen Abfalleimern (Pet, Alu, Müll, Glas) auf dem ganzen Gelände
    • Bereitstellen von Mülltonnen für die Stände, um die Trennung zu fördern
    • Verbot an unsere Partner, Flyers zu verwenden und Muster zu verteilen
    • Einführung eines Systems für wiederverwertbare und mit einem Pfand belegte Trinkbecher
    • Auschliesslich rezykliertes Papier als Träger von gedruckter Kommunikation

    Paléo konsumiert lokal

    • Suche nach lokalen Produzenten
    • Ein 100% lokales Menü im Restaurant der Mitarbeitenden
    • Viele Schweizer Weine an den Festival-Bars

    Paléo spart Energie

    • Verwendung von Spar-Beleuchtungssystemen
    • Anbringen von Schaltern, dank denen die Bars und anderen Strukturen alle Lichter auf einem Klick löschen können
    • Anbringen von Zeitschaltuhren an gewissen Strukturen, um ihren Konsum zu optimieren.
    • Sensibilisierung der Lieferanten und anderen Partner dafür, dass sie sich mit Material der Klasse A ausrüsten müssen.

    Paléo spart Wasser

    • Verwendung eines Durchflussbegrenzers
    • Einrichten von Pissoirs ohne Wasser an gewissen Orten.
    • Systematisches Abstellen der Pissoirs mit Wasser bei Türschliessung

    Paléo trägt Ihren Ohren Sorge

    • Regelmässige Kontrolle des Klangniveaus an den Konzerten
    • Abgabe von Gehörschutzpfropfen
    • Ruhe- und Entspannungszonen auf dem Gelände

    Empfang des Publikums und Sicherheit

    Ein Event wie Paléo muss das richtige Gleichgewicht zwischen der dem Publikum gebotenen Feststimmung und Freiheit und den für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung notwendigen Sicherheitsauflagen finden. Rund 1’000 freiwillige Mitarbeitende werden jährlich vom Festival eingestellt und ausgebildet, um den Empfang und die Sicherheit der ZuschauerInnen, die Sicherheit der KünstlerInnen und des gesamten Festivals zu gewährleisten.