Paléo gestaltet sein Gelände um und stellt neue Umweltansprüche


Die grössten gestalterischen Veränderungen des Geländes seit 1990

Die 45. Ausgabe des Paléo Festival Nyon wird bedeutende Änderungen erfahren und eine Wende in der Geschichte des Anlasses darstellen.  Im Hinblick auf den Bau des Depots der Nyon-St-Cergue-Bahn auf seinem Gelände hat sich die Organisation während Monaten mit der urbanistischen Neugestaltung der Asse-Ebene auseinandergesetzt und stellt heute die neuen Pläne vor. Anlässlich der 45. Ausgabe können die Festivalbesucher und –Besucherinnen die grössten gestalterischen Veränderungen des Geländes seit 1990 entdecken. Bei dieser Gelegenheit bekräftigt das Festival erneut mit Nachdruck sein Engagement in Sachen Nachhaltigkeit. Paléo verpflichtet sich die Kohlendioxid-Emission um 25% bis zum 50. Paléo zu senken. 2020 wird damit zu einem Neustart für das Festival, sowohl hinsichtlich Gelände als auch hinsichtlich Umweltpolitik. 

Eine markante Wende

Die 45. Ausgabe des Paléo Festival wird eine Wende in seiner Geschichte erleben, nachdem das Projekt für die Erstellung des neuen Depots der Bahngesellschaft NStCM (Nyon-St-Cergue-Morez) vor ein paar Monaten bestätigt wurde. Der Bau eines neuen Werkstatt-Depots auf der Asse wird demnach gestartet und wird bedeutende Veränderungen für Paléo mit sich bringen, nämlich die grösste Umgestaltung des Geländes seit 1990.

Die Ankunft dieses neuen Nachbarn hat grosse Probleme aufgeworfen, wie zum Beispiel der Verlust einer Parzelle im Nordosten des Geländes, auf der sich eine Logistik-Zone befand. Damit können die beiden Bühnen Les Arches und Le Détour nicht mehr in ihrer heutigen Form beigehalten werden. Ganz allgemein musste die ganze Urbanistik im nördlichen Teil des Geländes neu überdacht werden.

Ein neu konzipiertes Gelände und zwei neue Bühnen

Diese nötige Umgestaltung, die als Zwang hätte betrachtet werden können, wurde schon bald als Chance für ein Neuüberdenken des Festivals gesehen. Nach monatelangen Analysen, Projektstudien und zahlreichen Arbeitssitzungen stellt die Organisation heute die neue Konzeption des Festivals vor.

Die durch die Veränderungen direkt betroffenen Bühnen Arches und Détour weichen zwei neuen Bühnen. Die eine davon wird auf einer Parzelle im Norden des Geländes installiert mit einer ähnlichen Kapazität und Programmierung wie die Arches. Anhand einer Umfrage können sich die Festivalfreundinnen und –freunde schon in wenigen Tagen an der Wahl des Namens dieser neuen Bühne beteiligen. Die zweite Bühne ihrerseits wird thematisch sein und nahe beim Festivaleingang am Ort der heutigen Arches liegen. Die Konturen und das Konzept dieses Ortes werden damit in einer zweiten Etappe vorgestellt.

Der südliche Teil des Festivals (Grosse Bühne, Club Tent) sowie das Quartier des Alpes, la Ruche und das Village du Monde sollten im Prinzip keine grösseren Änderungen erfahren.

Den Zwang in eine Chance verwandeln

Der Verlust an Oberfläche durch den Bau des Depots wird kompensiert durch die Miete einer weiteren Parzelle im Norden des Geländes. Damit wird das Festival ganz leicht vergrössert gegenüber den früheren Ausgaben. Es ist jedoch festzuhalten, dass die Zahl der Zuschauerinnen und Zuschauer nicht erhöht wird. Damit können die Besucher von einer grösseren Fläche profitieren, ohne jedoch zahlreicher zu sein. Die Pläne wurden auch darauf hin studiert, die Interferenzen zwischen den Bühnen, aber auch die Lärmimmissionen in Richtung umliegende Dörfer zu beschränken. Diese kurzlebige Stadt mit 50'000 Bewohnerinnen und Bewohnern neu zu zeichnen, ist eine grossartige Herausforderung für Paléo. Die Festival-Organisation freut sich, die neuen Pläne den Besucherinnen und Besuchern vorzustellen und diese nächsten Sommer am neuen Ort zu empfangen.


Paléo engagiert sich für die Nachhaltigkeit seines neuen Geländes

Jeden Sommer wird Paléo zur drittgrössten Stadt der Westschweiz. Die nachhaltige Entwicklung war schon immer eine Priorität für das Festival, und zwar von allem Anfang an. Es schien deshalb selbstverständlich, dass diese baulichen Veränderungen Paléo eine grossartige Chance bieten, neue Anforderungen in diesem Bereich zu stellen.

An ihrer Tagung Anfang September haben die 130 Mitglieder des Vereins Paléo Arts & Spectacles ihren Willen und ihr volles Engagement diesbezüglich erneut bekräftigt. Unter der kundigen Leitung des Centre interdisciplinaire de durabilité der Universität Lausanne haben sich die Arbeitsgruppen mit den heutigen und künftigen Massnahmen des Festivals auseinandergesetzt. Die Senkung der Umweltbelastung stand dabei im Zentrum der Überlegungen. Mehrere Handlungsfelder wurden festgelegt, darunter Verkehr, Essen, Konsum sowie Schutz der Gelände und der Artenvielfalt. Diese Themen werden gegenwärtig vertieft untersucht im Hinblick auf die Definition von klaren Zielen und die Umsetzung von wirksamen Massnahmen, Es geht dabei darum, sowohl die Organisation als auch die Partner und Festivalbesucherinnen und –besucher zu mobilisieren, damit die Anstrengungen für die Senkung der Umweltbelastung durch das Festival weitergeführt werden können.

Am Ende der Tagung wurden Entscheidungen getroffen im Willen, die Werte des Festivals in Taten umzusetzen und die Entwicklung des Bewusstseins zu fördern. 2020 wird einen Neustart für das Festival markieren, sowohl bezüglich Urbanismus als auch Engagement für den Planeten. Die ersten Massnahmen sind folgende: 

  • Ab 2020 Einführung eines Systems für Pfand auf dem Geschirr, um den einmaligen Gebrauch zu reduzieren 
  • 25%ige Senkung der Kohlendioxid-Emissionen bis zum 50. Festival 
  • Kurzfristig Einführung von effizienten Massnahmen bezüglich Verkehr, Ernährung, Konsum, Schutz der Böden und der Artenvielfalt.