Schwarzmarkt

Die Festivalorganisation unternimmt alles, um Jahr für Jahr besser zu werden, und legt besonderes Augenmerk auf die Probleme der Festivalbesucher beim Erwerb von Tickets sowie auf die Anregungen und Kommentare, die bei ihr eingehen. Diese Sektion will gewisse Punkte im Zusammenhang mit dem Paléo-Ticketing klären und auf gewisse Fragen zum Schwarzmarkt eingehen.

Was unternimmt Paléo, um den Schwarzmarkt zu bekämpfen?

Der Schwarzmarkt in der Schweiz leider nicht illegal. Mit andern Worten, es gibt keine gesetzliche Grundlage für den Kampf dagegen. Paléo hat schon versucht, mit den wichtigsten Versteigerungs-Sites zu verhandeln, damit diese die als überrissen erachteten Angebote zurückziehen. Doch sie sind nicht darauf eingegangen. Das Festival empfiehlt, sich auf keinen Fall auf den Schwarzmarkt einzulassen. Der Schwarzmarkt – ob vor Ort oder via Web – kann einzig und allein dadurch eingedämmt werden, dass die Wiederverkäufer und die Käufer durch verschiedene Mittel davon abgehalten werden.

Bei Paléo bestehen diese darin:

  • Verkauf von möglichst vielen Print-a-home-Tickets (80% aller 2016 verkauften Tickets).
  • Beschränkung der Anzahl Tickets auf 2 bis 10 pro Bestellung je nach Zeitpunkt und Vorverkaufsstelle.
  • Einrichtung einer Ticket-Börse. Dieses Jahr wird diese am Donnerstag, 20. April um 12.00 Uhr auf unserer Website aufgeschaltet.
  • Reservation von 1500 Tickets pro Tag für das Festival. Diese werden während des Festivals jeden Morgen um 9.00 Uhr für den entsprechenden Abend auf paleo.ch und an den Ticketcorner-Stellen verkauft.
  • La Rue, ein seit 2010 rund um den Festivaleingang eingerichteter Platz, der verhindern soll, dass die Wiederverkäufer den Ort vollständig in Beschlag nehmen, wie das zuvor bisweilen geschah.
  • Mitgliedschaft bei der SMPA (Branchenverband der professionellen Schweizer Konzert-, Show- und Festivalveranstalter) mit Blick auf eine Gesetzgebung zum Schwarzmarkt.

Wie kann die Falle von betrügerischen Wiederverkäufern umgangen werden?

Kaufen Sie Ihre Tickets ausschliesslich an den offiziellen und zugelassenen Vorverkaufsstellen. Je länger je mehr gewerbsmässige oder private Wiederverkäufer machen ein Geschäft damit, dass sie Tickets über den offiziellen Weg kaufen, um sie dann zu einem höheren Preis weiterzuverkaufen. Das schadet den Interessen der Künstler, der Organisatoren und des Publikums. Als Schutz vor Tickets zu überhöhten Preisen und vor Fälschungen empfehlen wir Ihnen, Ihre Tickets ausschliesslich an den offiziellen und zugelassenen Verkaufsstellen und nie über sogenannte Zweit-Ticketing –Services wie Alltickets, Viagogo, Onlineticketsshop, Worldticketshop, Vienna Ticketoffice, Ticketbande, Ebay, Ricardo oder andere zu kaufen.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Site von Swiss Music Promoters Association (SMPA).

Wie viele Tickets werden auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft?

Laut gewissen Gerüchten soll die Hälfte der Paléo-Tickets auf dem Schwarzmarkt verkauft werden und die Organisation an diesen Verkäufen beteiligt sein. Diese Behauptung ist vorschnell, unbegründet und erlogen. Selbstverständlich ist Paléo in keiner Art und Weise an solchen Machenschaften beteiligt und verurteilt diese entschieden. Die Organisation ist der Frage nachgegangen: Die Zahl der schwarz via Versteigerungs-Sites weiterverkauften Tickets beträgt ein paar Hundert (rund 500 bei einer früheren Ausgabe) auf 200'000 verkaufte Tickets. Das bedeutet 0.25% der Tickets.

Warum nicht das System der auf den Namen ausgestellten Tickets verwenden?

 Die Idee eines Namens-Systems ist auf den ersten Blick einleuchtend. Doch wenn man sie ein wenig genauer unter die Lupe nimmt, merkt man rasch, dass es eine schlechte gute Idee ist:

  • Ein Ticket kann nicht einem Freund oder einem Familienmitglied weitergegeben oder weiterverkauft werden. Vom logistischen Standpunkt aus wäre es für den kurzfristig verhinderten Ticketinhaber schwierig, sein Ticket einer anderen Person weiterzugeben. Dazu müsste eine Art "Namens-Ticket-Börse" eingerichtet werden. Doch dies wäre aufwändig und kostspielig und hätte zweifellos Auswirkungen auf den Preis des Tickets, was die Organisation um jeden Preis verhindern will.
  • Man könnte keine Tickets für Freunde oder Familienmitglieder kaufen, da man sich beim Kauf ausweisen müsste. Heute lassen sich viele den Ticket-Kauf von Bekannten besorgen, die beim Vorverkauf im April Zeit dafür haben. Dies wäre nicht mehr möglich.
  • Die Wartezeit wäre viel länger, nicht nur beim Eingang zum Festival, sondern auch beim Ticketkauf. Heute dauert es höchstens zehn Minuten, bis ein Besucher das Festivalgelände betreten kann, auch in Stosszeiten. Mit einem Namenssystem, bei dem die Identität jedes Einzelnen überprüft werden müsste, wäre das völlig undenkbar.

Das System der auf den Namen ausgestellten Tickets ist damit sehr restriktiv und unbequem. Für den Festivalbesucher hätte es mehr Nachteile als das bisherige System. Soll das – zugegebenermassen mehr als ärgerliche – Problem des Schwarzmarkt-Verkaufs auf dem Buckel der 200'000 Personen, die ihr Ticket über den offiziellen Weg erstanden haben, gelöst werden? Unserer Meinung nach ist die Antwort darauf eindeutig.

Kann die Zahl der pro Person verkauften Tickets nicht beschränkt werden?

Schon heute können nicht mehr als 2 bis 10 Tickets pro Bestellung gekauft werden, je nach Zeitpunkt und Verkaufsstelle. Paléo ist allerdings nicht für eine allzu starke Beschränkung der Ticketzahl. Sechs Tickets bedeuten beispielsweise zwei Abende für eine dreiköpfige Familie. Diese Bedingungen können in gewissen Fällen jetzt schon restriktiv sein.

Würde der Schwatzmarkt nicht eingedämmt, wenn die Tickets ausschliesslich am Schalter verkauft würden, weil man da persönlich hingehen muss?

Nein, im Gegenteil. Es ist sehr viel schwieriger, ein Print-at-home-Ticket weiterzuverkaufen als ein am Schalter verkauftes. Wenn Festivalbesucher auf dem Schwarzmarkt ein Print-at-home-Ticket kaufen, wissen sie, dass sie ein grosses Risiko eingehen, da es sich um eine Fotokopie handeln könnte. Die Wiederverkäufer auf dem Schwarzmarkt kaufen lieber Tickets an den Schaltern, da diese einfacher weiterzuverkaufen sind.

Warum also nicht ausschliesslich Print-at-home-Tickets verkaufen?

Diese Lösung hätte wahrscheinlich einen Einfluss auf den Schwarzmarkt, auch wenn heute schon 80% der Tickets über dieses System verkauft werden. Es ist jedoch insofern wichtig, Tickets auch an physischen Schaltern zum Verkauf anzubieten, als nicht jedermann über einen Internetanschluss oder einen Computer verfügt.

Wie funktioniert die Ticket-Börse?

Die Ticket-Börse ist eine Plattform, auf der die Festivalbesucher ein überzähliges Ticket weiterverkaufen oder eines zum offiziellen Preis kaufen können. Sie ist keine Tausch-Börse: um ein Ticket zu kaufen, muss man nicht eines weiterverkaufen oder umgekehrt. Das System funktioniert ausgezeichnet, und viele Festivalbesucher, die im April keine Tickets kriegten, sind froh darüber. Dazu ist allerdings zu sagen, dass die Organisation nicht zu 100% dafür garantieren kann, dass ein Ticket zurückgenommen wird oder erhältlich ist.

Warum wird nicht während des Festivals eine offizielle Ticket-Börse organisiert?

Eine Ticket-Börse während des Festivals ist im Moment nicht machbar. Die Ticket-Börse im Mai ist jedes Jahr mit viel Aufwand und einer beträchtlichen Logistik verbunden: Zahlreiche Operationen werden von Hand ausgeführt, Ticket um Ticket. Während des Festivals ist dies kaum vorstellbar. Die dadurch anfallenden Mehrkosten würden wahrscheinlich zu einer Erhöhung der Ticket-Preise führen. Das Festival setzt sich dafür ein, dass die Tarife für alle erschwinglich bleiben, und eine Erhöhung würde seiner Preispolitik zuwiderlaufen.

Und schliesslich wäre es nicht richtig, die Festivalbesucher ohne Tickets im Glauben zu lassen, sie hätten gute Chancen, wenn sie am Abend selbst an den Schalter kämen. Ein Beispiel dafür ist der Abend mit Stromae im Jahr 2014: Von den 10'000 Personen, die sich um 9 Uhr in den Last-Minute-Verkaufsdienst einloggten, gingen 8'500 leer aus. Würden diese 8'500 Personen ihr Glück am Abend selbst an der "Live"-Ticket-Börse versuchen, wäre im Festivalumkreis eine beträchtliche Menschenmenge zu bewältigen mit einer entsprechenden Gefahr von Ausschreitungen.